Der Kelch 24 – Änderungen

[Das Abschnittsende etwas abgeändert und weiter ausgebaut.]

Vorsichtig legte sie ihre linke Hand auf Kais Hand, die auf dem Schalthebel lag. Einfach nur, weil es ihr wie etwas erschien, das Greta getan haben könnte. Sie bemerkte, wie dabei etwas von der Ruhe, die Kai ausstrahlte, auf sie abfärbte.

Ihre Augenlider wurden schwer und sie nickte immer wieder kurz ein. Bis zum zweiten Mal an diesem Tag eine Stimme aus dem Radio in ihr Bewusstsein drang:

“… weist Einiges darauf hin, dass der Gesuchte sich in Hamburg aufhält. Ein Fahrzeug, das auf den Mann zugelassen war, wurde in Hamburg-Winterhude abgeschleppt. Die Polizei ruft weiterhin zu erhöhter Vorsicht auf. Möglicherweise ist er bewaffnet. Hinweise richten Sie bitte an Ihre örtliche Polizeidienststelle.”

Vorsichtig legte sie ihre linke Hand auf die von Kai, mit der er den Schalthebel umschloss. Einfach nur, weil es ihr wie etwas erschien, das Greta getan haben könnte. Sie bemerkte, wie dabei etwas von der Ruhe, die Kai ausstrahlte, auf sie abfärbte.

Er musste nichts sagen. Er musste nichts tun. Die Tatsache, dass er gerade einfach nur neben ihr saß, tat gut. Obwohl sie wusste, dass Kai sie gar nicht kannte, hatte sie das Gefühl, dass er bei ihr bleiben würde, ihr helfen würde bei der Reise in die Vergangenheit, die vor ihr lag. Und zumindest für diesen Augenblick ließ sie los, ließ sie ihn das Steuer übernehmen.

Draußen glitt die Welt an ihnen vorüber. Ihre Augenlider wurden schwer und sie nickte immer wieder ein. Wie aus weiter Ferne hörte sie zum zweiten Mal an diesem Tag eine Stimme aus dem Radio in ihr Bewusstsein dringen, bevor sie endgültig einschlief:

 

“… weist Einiges darauf hin, dass der Gesuchte sich in Hamburg aufhält. Ein Fahrzeug, das auf den Mann zugelassen ist, …“

Kapitel 10

“… wurde in Hamburg-Winterhude abgeschleppt. Die Polizei ruft weiterhin zu erhöhter Vorsicht auf. Möglicherweise …“

 

In Hannover steht ein Mann in einem Frauenkörper mit dem Hintern an die Spüle gelehnt und hält sich eine Kühlkompresse an die Schläfe, den verächtlichen Blick dabei auf die Hantel auf dem Tisch geheftet. Als die Radiosprecherin den Wagen von Anton Wirth erwähnt, erhellte sich sein Blick. Er schaltete das Radio und das Licht aus und verlässt die Küche.

Kapitel 11

“… ist er bewaffnet. Hinweise richten Sie bitte an Ihre örtliche Polizeidienststelle.”

 

In einem ebenso muffigem wie leerem Internet-Café in Hamburg sitzt eine Frau in einem Männerkörper an einem der Rechner. Als die Durchsage aus den kleinen Boxen quäkt, die unter der Decke in die Zimmerecken montiert sind, unterbricht sie ihr routiniert wirkendes Klicken und Tippen. Auf dem Bildschirm ist ein Zeitungsartikel der Welt aufgerufen: “‘Rüsselrudi’ (63), mit bürgerlichem Namen Rüdiger Knepel, hat es wieder mal erwischt. Ob er diesmal wieder nur ein paar Tage hinter Schloss und Riegel bleiben wird, ist ungewiss. Aber Gerüchten zufolge hat einer seiner mutmaßlichen Komplizen bereits eine entlastende Aussage gemacht. Wenn dem so ist, schuldet Rüsselrudi Anton W. aus H. vermutlich etwas mehr als nur einen Bordellbesuch.”

(Neu hier? Den aktuellen Stand der Geschichte findet ihr hier.)

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